Was ist eine Vorbereitung auf die Externenprüfung?

Nachqualifizierung
Abbildung: Nachqualifizierung

Externenprüfung bedeutet, dass man nicht über eine Ausbildung zur Abschlussprüfung geht. Der Inhalt der Externenprüfung ist derselbe wie bei der Abschlussprüfung nach der Ausbildung.

Die Regeln für die Externenprüfung stehen im Berufsbildungsgesetz (§45 BBiG). Eine Vorbereitung auf die Externenprüfung gibt es in dieser Form nur für Berufe mit dualer Ausbildung.

Eine Externenprüfung ist nur für Erwachsene mit beruflichen Erfahrungen in dem Beruf, in dem sie einen Berufsabschluss machen möchten. Berufliche Erfahrungen sind zum Beispiel Arbeit, eine abgebrochene Ausbildung oder ein abgebrochenes Studium.

Die Anzahl der Jahre der beruflichen Erfahrung ist abhängig von der Dauer der Ausbildung. Wenn eine Ausbildung 3 Jahre dauert, muss man 4,5 Jahre berufliche Erfahrung haben.

Man braucht eine Erlaubnis von der zuständigen Stelle. Eine zuständige Stelle ist die Institution, die für einen bestimmten Beruf und die Prüfungen verantwortlich ist.

Eine Vorbereitung auf die Externenprüfung kann man in Form eines Kurses bei einem Bildungsinstitut oder bei der zuständigen Stelle machen. In diesem Kurs lernt man die Theorie, die man für die Abschlussprüfung braucht.

Man kann die Vorbereitung auf die Prüfung auch alleine organisieren. Man muss viel Theorie lernen und wissen, was wichtig für die Prüfung ist. Das heißt, man muss sich vorher bei der zuständigen Stelle gut informieren und die Ausbildungsordnung kennen. Auf der Webseite des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) gibt es einen Überblick über alle dualen Ausbildungsberufe und die Ausbildungsordnungen auf Deutsch.

Die Vorbereitung auf die Externenprüfung kann man auch berufsbegleitend machen, wenn man arbeitet. Berufsbegleitend bedeutet neben der Arbeit. Das heißt, dass man in einer Firma arbeitet und Geld verdient. An einigen Tagen in der Woche lernt man die Theorie, die man für die Abschlussprüfung braucht.

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Nachqualifizierung und der Vorbereitung auf die Externenprüfung. Eine Vorbereitung auf die Externenprüfung ist für Erwachsene, die mehr berufliche Erfahrungen haben als Erwachsene in einer Nachqualifizierung. Eine Nachqualifizierung ist wie eine individuelle und längere Vorbereitung auf die Externenprüfung. Das heißt, Bildungsinstitute, die eine Nachqualifizierung anbieten, bieten auch eine Vorbereitung auf die Externenprüfung an.

In Berufen mit schulischer Ausbildung heißt die Externenprüfung oft auch Nichtschülerprüfung.

In diesem Video vom Bayrischen Rundfunk erzählen Erwachsene von der Vorbereitung auf die Externenprüfung. Die Berufe in dem Video sind Fachkraft für Veranstaltungstechnik, Elektronikerin, Erzieherin und Kaufmann im Groß- und Einzelhandel. Das Video ist auf Deutsch.

In welchen Berufen gibt es Vorbereitungen auf die Externenprüfung?

Die Vorbereitung auf die Externenprüfung ist nur möglich in Berufen, in denen eine Externenprüfung möglich ist. Das sind zum Beispiel alle Berufe mit dualer Ausbildung.

Es gibt nicht für alle Berufe Kurse. Der Grund ist, dass es für viele Berufe zu wenig Nachfrage von Personen oder dem Arbeitsmarkt gibt.

In Berufen mit schulischer Ausbildung gibt es andere Regeln.

Wie lange dauert eine Vorbereitung auf die Externenprüfung?

Die Dauer ist abhängig von der Form der Vorbereitung.

Wenn man sich alleine vorbereitet, kann man selber die Dauer bestimmen.

Kurse dauern meistens 6 Monate. Das ist abhängig davon, ob sie in Vollzeit oder in Teilzeit sind.

Vollzeit heißt, man lernt jeden Tag etwa 7 bis 8 Stunden im Bildungsinstitut. Teilzeit bedeutet, man lernt einige Tage in der Woche oder wenige Stunden am Tag.

Gibt es eine Altersgrenze für eine Vorbereitung auf die Externenprüfung?

Nein. Nach dem Gesetz gibt es keine Altersgrenze. Manchmal gibt es Altersgrenzen bei Angeboten mit einer Finanzierung durch das Bundesland oder den Europäischen Sozialfonds (ESF).

Brauche ich einen Schulabschluss für eine Vorbereitung auf die Externenprüfung?

Nach dem Gesetz braucht man bei Berufen mit dualer Ausbildung keinen Schulabschluss. Aber manchmal wird ein Schulabschluss von dem Bildungsinstitut oder der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter erwartet.

Wenn Sie Ihren Schulabschluss nicht in Deutschland gemacht haben, können Sie sich Ihren Schulabschluss anerkennen lassen.

Man kann einen Schulabschluss auch als Erwachsener nachholen. Das heißt, man macht einen Kurs und bereitet sich auf die Prüfung vor. In vielen Städten gibt es Angebote, wenn man den Hauptschulabschluss oder den Mittleren Schulabschluss nachholen will - zum Beispiel in den Volkshochschulen. Es gibt auch Angebote für das Fachabitur oder Abitur, wenn man spezielle Voraussetzungen erfüllt.

In einer Bildungsberatung kann man Informationen über Angebote in der Region bekommen.

Welche Deutschkenntnisse brauche ich für eine Vorbereitung auf die Externenprüfung?

In Berufen mit dualer Ausbildung gibt es keine Regel für die Deutschkenntnisse.

Man muss in kurzer Zeit sehr viel Theorie lernen. Man muss viel lesen und schreiben. Die praktischen und schriftlichen Prüfungen sind auf Deutsch. Deshalb braucht man gute oder sehr gute Deutschkenntnisse.

Was kann ich machen, wenn ich die Deutschkenntnisse noch nicht habe?

Wenn man noch wenige Deutschkenntnisse hat, kann man einen Deutschkurs machen.

Ab 2017 ist es möglich, eine Vorbereitung auf die Externenprüfung mit einem berufsbezogenen Deutschkurs zu kombinieren. Berufsbezogen heißt, dass man nicht Deutsch für den Alltag, sondern Deutsch für den Beruf lernt. Die Kurse gehören zum neuen Programm vom BAMF (DeuFöV).

Diese Deutschkurse sind nur für Menschen, die mindestens Deutschkenntnisse auf B1-Niveau haben.

Aber:

Die Kurse wird es nicht in jeder Stadt geben.

Der Aufenthaltsstatus hat Einfluss auf die Möglichkeit, an diesen Deutschkursen teilzunehmen.

Wenn Sie eine Aufenthaltsgestattung oder Duldung haben, informieren Sie sich bei einer Beratungsstelle.

Kann ich eine Vorbereitung auf die Externenprüfung mit einer Aufenthaltsgestattung oder Duldung machen?

Ja. Man kann sich informieren und dann alleine vorbereiten.

Man kann auch einen Kurs zur Vorbereitung auf die Externenprüfung machen. In den Kursen gibt es kein Praktikum. Das heißt, man braucht keine Beschäftigungserlaubnis von der Ausländerbehörde.

Aber:

Kurse zur Vorbereitung auf die Externenprüfung kosten Geld. Die Agentur für Arbeit kann eine Vorbereitung auf die Externenprüfung finanzieren, wenn man die Voraussetzungen erfüllt. Eine wichtige Voraussetzung für eine Finanzierung ist, dass Sie

  • mindestens seit 3 Monaten in Deutschland leben und
  • eine Beschäftigungserlaubnis von der Ausländerbehörde bekommen können.

Eine Beschäftigungserlaubnis ist die Erlaubnis der Ausländerbehörde, dass man arbeiten darf.

In Ihren Papieren (Aufenthaltsgestattung oder Duldung) steht meistens der Satz „Beschäftigung nur mit Erlaubnis der Ausländerbehörde“.

Wenn in Ihren Papieren der Satz steht „Beschäftigung nicht gestattet“ oder „Erwerbstätigkeit nicht gestattet“, informieren Sie sich bei einer Rechtsberatung. Wenn Sie aus einem "sicheren Herkunftsland" kommen und eine Aufenthaltsgestattung oder Duldung haben, gibt es zusätzliche gesetzliche Regeln. Informieren Sie sich bei einer Rechtsberatung.

Mehr Informationen finden Sie unter Kann ich finanzielle Hilfe für eine Vorbereitung auf die Externenprüfung bekommen?

Ich habe eine Aufenthaltsgestattung oder Duldung. Kann ich für die Zeit der Vorbereitung auf die Externenprüfung eine Aufenthaltserlaubnis bekommen?

Das Integrationsgesetz hat eine neue Regel eingeführt. Die Regel steht im Aufenthaltsgesetz (§60a AufenthG).

Für die Zeit einer Ausbildung kann man eine Duldung bekommen. Duldung bedeutet eine „Aussetzung der Abschiebung“. Das heißt, dass man für die Zeit der Ausbildung in Deutschland bleiben kann.

Die Regel nennt nur die Ausbildung. Eine Vorbereitung auf die Externenprüfung wird dort nicht konkret genannt.

Informieren Sie sich bei einer Rechtsberatung.

Kann ich finanzielle Hilfe für eine Vorbereitung auf die Externenprüfung bekommen?

In einer Vorbereitung auf die Externenprüfung bekommt man kein Geld von einer Firma.

Wenn man sich alleine vorbereitet, muss man zum Beispiel Bücher und die Prüfung bezahlen.

Kurse zur Vorbereitung auf die Externenprüfung kosten Geld.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Finanzierung:

Sie arbeiten aktuell in dem Beruf, in dem Sie den Berufsabschluss machen möchten?

  1. Finanzierung durch die Firma Sie können Ihre Chefin oder Ihren Chef fragen, ob die Firma die Vorbereitung auf die Externenprüfung bezahlt. Fortbildungen können in Deutschland von der Firma bezahlt werden. Der Vorteil für die Firma ist, dass man mit einem Berufsabschluss als Fachkraft arbeiten kann.
  2. Finanzierung durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter Sie können einen Antrag zusammen mit Ihrer Chefin oder Ihrem Chef stellen. Ein Programm für die Finanzierung von berufsbegleitender Qualifizierung heißt WeGebAU.
  3. Finanzierung durch das Bundesland oder den Europäischen Sozialfonds (ESF) Manchmal gibt es spezielle Angebote in den Bundesländern. Das heißt, das Bundesland kann eine Vorbereitung auf die Externenprüfung finanzieren, wenn zum Beispiel die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter nicht finanzieren können.

Sie sind arbeitslos und bekommen Geld vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit?

  1. Finanzierung durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter können eine Vorbereitung auf die Externenprüfung finanzieren, wenn Sie spezielle Voraussetzungen erfüllen. Sie bekommen weiter Geld vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit.

    Die Regeln für eine Finanzierung stehen im Sozialgesetzbuch (§81 SGB III). Es gibt aber kein Recht auf eine Finanzierung. Die Agentur für Arbeit und die Jobcenter entscheiden in jedem Einzelfall. Es ist gut, wenn man eine schriftliche Argumentation hat, warum man eine Vorbereitung auf die Externenprüfung machen möchte. Wichtig ist auch, dass man zeigt, dass man mit dem Berufsabschluss gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Oft muss man für die Finanzierung an Tests teilnehmen. Ein Test findet bei dem Berufspsychologischen Service der Agentur für Arbeit statt.

  2. Finanzierung durch das Bundesland oder den Europäischen Sozialfonds (ESF) Manchmal gibt es spezielle Angebote in den Bundesländern. Das heißt, das Bundesland kann eine Vorbereitung auf die Externenprüfung finanzieren, wenn zum Beispiel die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter nicht finanzieren können.

Sie sind arbeitslos und bekommen kein Geld vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit?

  1. Finanzierung durch die Agentur für Arbeit Sie können sich bei der Agentur für Arbeit als „arbeitsuchend“ registrieren.

    In einer Vorbereitung auf die Externenprüfung bekommen Sie kein Geld von einer Firma. Die Agentur für Arbeit kann eine Vorbereitung auf die Externenprüfung finanzieren. Die Agentur für Arbeit kann zum Beispiel auch Fahrtkosten finanzieren.

    Die Regeln für eine Finanzierung stehen im Sozialgesetzbuch (§81 SGB III). Es gibt aber kein Recht auf eine Finanzierung. Die Agentur für Arbeit entscheidet in jedem Einzelfall. Es ist gut, wenn man eine schriftliche Argumentation hat, warum man eine Vorbereitung auf die Externenprüfung machen möchte. Wichtig ist auch, dass man zeigt, dass man mit dem Berufsabschluss gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Oft muss man für die Finanzierung an Tests teilnehmen. Ein Test findet bei dem Berufspsychologischen Service der Agentur für Arbeit statt.

  2. Finanzierung durch das Bundesland oder den Europäischen Sozialfonds (ESF) Manchmal gibt es spezielle Angebote in den Bundesländern. Das heißt, das Bundesland kann eine Vorbereitung auf die Externenprüfung finanzieren, wenn zum Beispiel die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter nicht finanzieren können.

Kann ich Hilfe bei der Kinderbetreuung bekommen, wenn ich eine Vorbereitung auf die Externenprüfung mache?

Wenn die Vorbereitung auf die Externenprüfung vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit finanziert wird, kann man finanzielle Hilfe für die Kinderbetreuung bekommen.

Informationen finden Sie auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit. Die Webseite ist auf Deutsch.

Wie finde ich eine Vorbereitung auf die Externenprüfung?

Es gibt keine Webseite, wo man alle Kurse zur Vorbereitung auf die Externenprüfung in Deutschland findet.

Man kann sich bei der zuständigen Stelle informieren oder bei einer Bildungsberatung.

Manchmal gibt es auch spezielle Beratungsstellen für Nachqualifizierung. Dort bekommt man auch Informationen zur Vorbereitung auf die Externenprüfung.

Mehr Informationen

Stand: [15.10.2016]

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